Die
Wahl der richtigen Kinder- und Jugendbrille
KINDERAUGEN
Das Auge entsteht bereits bevor der Embryo nur 6mm Größe aufweist. Das "Sehen-lernen" beginnt von Geburt an. Bereits zwischen der 2. und 8. Woche spricht das Baby auf bewegte Objekte an.
Die Sehschärfe ist bei der Geburt noch gering und nimmt in den ersten Lebensjahren ständig zu um schließlich die "volle Sehschärfe" zu erlangen.
Das beidäugige Sehen ist ein komplizierter Prozeß. Nur bei scharfen Netzhautbildern kann sich das Sehen optimal entwickeln. Auch wenn mit den Augen Ihres Kindes alles in Ordnung erscheint, ist eine Fehlsichtigkeit nicht auszuschließen. Das Risiko, daß Eltern nichts davon merken, und auch bei allgemeinen Untersuchungen nicht auffällt, ist sehr groß. Kinder sollten deshalb spätestens mit 2 Jahren augenärztlich untersucht werden. Dies ist besonders wichtig, da sonst ernsthafte Sehschäden entstehen könnten.
DIE BRILLENVERORDNUNG
Zumeist dient die Brille zum Ausgleich einer Fehlsichtigkeit. Dies ist der Fall, wenn die Länge des Auges nicht ganz exakt im Verhältnis zur Brechkraft (Fähigkeit, Lichtstrahlen zu Bündeln) des Auges steht.
ÜBERSICHTIGKEIT (Hyperopie)
Das Auge ist im Verhältnis zur Brechkraft zu kurz gebaut. Die Bilder entstehen erst hinter der Netzhaut - es kommt kein scharfes Bild zustande. Die Korrektion erfolgt mit einer Pluslinse.
KURZSICHTIGKEIT (Myopie)
Das Auge ist im Verhältnis zur Brechkraft zu lange gebaut. Bilder weiter entfernter Objekte entstehen schon vor der Netzhaut - unscharfe Abbildung ist die Folge. Die Korrektion erfolgt mittels einer Minuslinse.
STABSICHTIGKEIT (Astigmatismus)
Ein Auge ist astigmatisch, wenn es für unterschiedliche Meridiane (Hauptschnitte) eines Auges ungleiche Brennweiten aufweist. Anstatt eines Bildpunktes entstehen zwei Brennlinien. Die korrigierenden Brillengläser sind zylindrisch geschliffen. Häufig ist ein Astigmatismus mit Kurz- oder Übersichtigkeit kombiniert.
BESTIMMUNG DER BRILLENWERTE
Um bei Kindern den exakten Wert der Fehlsichtigkeit zu ermitteln, muß der Augenarzt die Aktivität der inneren Augenmuskulatur kurzzeitig lösen. Dies geschieht mit Hilfe von Augentropfen. Anschließend kann der Arzt mit oder ohne Mithilfe des Kindes die Fehlsichtigkeit bestimmen. Durch die Augentropfen verliert das Auge für kurze Zeit die Fähigkeit, Objekte unterschiedlicher Entfernungen scharf abzubilden.
DIE RICHTIGE BRILLE
Kinderfassungen müssen beim
Spielen und Toben einiges aushalten. Ganz besonders wichtig ist ein bequemer
und korrekter Sitz, damit die Brille nicht störend wirkt.
Spezialbügel, weiche Nasenstege,
Kunststoffüberzüge und Kunststoffgläser verbessern das Sitzverhalten
der Brille und minimieren das Verletzungsrisiko Ihres Kindes.
Bei Allergien muß, bei der
Materialwahl der Fassung, acht gegeben werden. Für
Kinder sollten nur Kunststoffgläser verwendet werden, da sie
über eine größere Bruchfestigkeit gegenüber Silikatgläser
verfügen!
Eine zusätzliche Entspiegelung
der Gläser vermindert störende Reflexe und erhöht die
Lichtdurchlässigkeit. Das Sehen wird dadurch angenehmer, weil sich
auf der Rückfläche der Gläser nicht so sehr die Umgebung
spiegelt.
EINSTELLUNG DER ELTERN ZUR BRILLE
Kinder sind zumeist nicht negativ
voreingenommen. Viele empfinden ihre Brille als Zeichen des Erwachsenwerdens
und ahmen Ihre Eltern nach, falls sie auch Brillenträger sind.
Deshalb ist die positive Einstellung
der Eltern extrem wichtig um dem Nachwuchs das Brillentragen schmackhaft
zu machen.
Eine gute Kinderbrille überlebt so manche Belastung. Sollte sie einmal kaputt gehen sollten Sie Ihrem Kind keine Vorwürfe machen. Es könnte eine Abneigung gegen seine Brille entwickeln.
KINDERBRILLEN NUR VOM GESCHULTEN FACHOPTIKER
Die Qualität einer Kinderbrille
entscheidet unter anderem über Sehkomfort und bequemen Sitz. Man sollte
die Beratung, Anfertigung und Anpassung der Kinderbrille nur einem
geschulten Fachoptiker überlassen!
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