§416
Katoptrische Telescope.
Diese Eigenschaft der Hohlspiegel gab zu den katoptrischen
Telescopen Anlasz. Man hat zwo Arten derselben, eine, welche man die Gregorianischen,
und eine andere, die man die Newtonianischen Telescope, nach den Namen
ihrer Erfinder, nennet. Obgleich das erste Telescop schon 1663 von Gregori
erfunden wurde, so wurde es doch erst von Herrn Hadley vollkommen gemacht,
und erst 1726 fieng dasselbe an, bekannt und gesucht zu werden (b).
Dieses Telescop besteht aus zwey metallenen Hohlspiegeln,
aus einem groszen und einem kleinen. Der erste hat ein Loch, dessen Durchmesser
ein wenig kleiner ist, als das Loch in dem andern Spiegel. Er wird an das
Ende der Fernrohres, welches dem Auge des Zuschauers zugekehrt ist, gesteckt.
Der kleine wird an das andere Ende eben dieses Rohres befestigt. Er wird
darein gegen den Mittelpunkt dieses Rohres zu, vermittelst eines metallenen
Zapfens, gehänget, der eine Art von Arm hat, welcher an den Hintertheil
des Spiegels gelöthet ist, und vermittelst dessen man ihn dem groszen
Spiegel nähern, oder davon entfernen kann.
Hinter dem Loche des groszen Spiegels befindet
sich eine kleine kupferne Röhre, die zwo Linien trägt. Die nächste
am Spiegel ist auf der Seite dieses Spiegels erhaben, und auf der andern
Seite flach. Die andere, die gegen die Seite des Auges zugekehret ist,
ist auf beyden Seiten erhaben.
Die Lichtstrahlen, welche von den äuszern
Gegenständen ausgehen, werden, wenn man sie auf die Oberfläche
des groszen Spiegels richtet, von diesen zurückgeworfen, und indem
sie zusammenlaufen, mahlen sie in dem Brennpunkt dieses Spiegels ein sehr
deutliches Bild. Wenn sich diese Strahlen darauf kreuzen, werden sie auseinander
laufend, und sie würden aus dem Rohre gehen, wenn sie nicht den kleinen
Spiegel anträfen, der sie zurückwirft, und sie zusammenlaufend
macht, damit sie eben diesen Gegenstand weit über das Loch des groszen
Spiegels hinaus mahlen können. Aber sie treffen bey dem Ausgange aus
diesem Loche das halb flache und halb erhabene Glas an (14),
dessen wir vorhin gedacht haben, welches ihre Convergenz vermehret, und
verursachet, dasz sich das Bild in einer kleinern Entfernung mahlet. Diese
Strahlen werden darauf auseinander laufend. Allein sie finden eine auf
beyden Seiten erhabene Linse (15), deren Focus (16)
sich in der Entfernung von diesem letztern Bilde befindet, und der sie
genugsam zusammen laufend machet, dasz sie ihre erlangte Divergenz verlieren,
damit sie parallel werden, und in dem Auge den Gegenstand, der sie zurück
geschickt hat, mahlen können.
Das Newtonianische Telescop ist von dem eben beschriebenen
verschieden. Da es aber wenig gebraucht wird, so verweisen wir den Leser,
in Ansehung seiner Beschreibung, auf die verschiedenen Schriftsteller,
die davon gehandelt haben (c).
(b) Nollet, Lecons de Phys. T. V. p.
551.
(c) Trans. Phil. N. 80. Newton, Optiq.
L. I. p. 1.
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