§403
Vortheil der Linsengläser.
Der Ort, wo die Lichtstrahlen zusammenstoszen,
um den Gipfel der Pyramide oder des Kegels zu machen, wird der Brennpunkt
des Glases genannt. Diese durch ihr Zusammenlaufen versammleten Strahlen
machen ein Licht, das mehr concentriert, und folglich lebhafter ist, und
die Wirksamkeit der Sonnenstrahlen in den Brennpunkt eines starken Fernglases,
bringt auf die dahinter gelegten Körper sehr heftige Wirkungen hervor,
wie wir (§.388.) schon angemerkt
haben. Allein woferne man sich auf diese oder jene Seite des Brennpunktes
ein wenig entfernet, so nimmt die Wirksamkeit der Strahlen merklich ab,
und sie sind nicht mehr im Stande, die schwächsten Körper anzugreifen.
Sie bringen alsdann nur ein sehr lebhaftes und glänzendes Licht hervor,
dessen man sich bedienen kann, Gegenstände zu erleuchten, die nicht
anders deutlich zu sehen sind, als wenn sie von einem lebhaften Lichte
durchdrungen werden. Die Künstler haben sich dieses Vortheils in mehr
als einer Gelegenheit bedienet. Man pflegt mit dem durch ein convexes Glas
gebrochenen Lichte die undurchsichtigen Gegenstände, die man mit dem
Vergrößerungsglase untersuchen will, zu erleuchten. Der Kupferstecher,
der Schmelzarbeiter, und viele andere Künstler verschaffen sich vermittelst
einer Kerze, die sie hinter einen mit Wasser gefüllten Becher setzen,
ein sehr helles Licht.
HOME: Anweisung zur Experimentalphysik (anno 1780)
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